Schneller, sauberer, nachhaltiger: S1 optimiert SLS-Post Processing bei FORMRISE
Mit der EinfĂŒhrung der automatisierten Strahlanlage S1 von AM Solutions hat der deutsche 3D-Druck-Dienstleister FORMRISE sein Post Processing fĂŒr SLS-Bauteile deutlich effizienter gestaltet. Durch einen integrierten 2-in-1-Prozess fĂŒr Reinigung und OberflĂ€chenbearbeitung konnte das Unternehmen die Nachbearbeitungszeit um rund 50 % reduzieren und gleichzeitig den Verbrauch von Strahlmitteln, Energie und Druckluft signifikant senken.
Die additive Fertigung mittels Selektivem Lasersintern (SLS) ermöglicht die wirtschaftliche Herstellung komplexer Geometrien, funktionaler Prototypen und Kleinserien. Doch erst eine reproduzierbare und wirtschaftliche Nachbearbeitung macht die Bauteile wirklich marktfĂ€hig. OberflĂ€chenqualitĂ€t, ProzessstabilitĂ€t und Kosten pro Bauteil werden maĂgeblich durch das Post Processing beeinflusst. Vor dieser Herausforderung stand auch der deutsche 3D-Druck-Dienstleister FORMRISE. Das Unternehmen mit ĂŒber 20 Jahren Erfahrung im Bereich der additiven Fertigung beliefert Kunden aus anspruchsvollen Branchen wie Automotive, Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik sowie der LuxusgĂŒter- und Schmuckindustrie. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an QualitĂ€t, Reproduzierbarkeit und Prozesssicherheit.
Grenzen eines mehrstufigen Nachbearbeitungskonzepts
Die Nachbearbeitung der SLS-Bauteile erfolgte bei FORMRISE zunĂ€chst ĂŒber mehrere aufeinanderfolgende Strahlprozesse auf Anlagen eines Marktbegleiters. ZunĂ€chst wurden die Bauteile mit Glasperlen vom ĂŒberschĂŒssigen Pulver gereinigt. AnschlieĂend erfolgte eine Vorverdichtung der OberflĂ€che mit Polybeads, bevor die Teile gefĂ€rbt und abschlieĂend erneut gestrahlt wurden.
Dieser mehrstufige Prozess verteilte sich auf mehrere Anlagen und erforderte teilweise manuelle Bearbeitung â in EinzelfĂ€llen bis zu zwei Stunden pro Charge. Mit steigender Auslastung und höheren QualitĂ€tsanforderungen wurde dieses Konzept jedoch zunehmend ineffizient. Besonders problematisch erwies sich die Strahlmittelaufbereitung. Die bisherige Aufbereitung ausschlieĂlich ĂŒber Zyklonabscheidung reichte nicht aus, um Strahlmittel und Pulver zuverlĂ€ssig zu trennen und eine gleichbleibend saubere Aufbereitung zu gewĂ€hrleisten. Die Folge war ein extrem hoher Verbrauch an Polybeads.
Gleichzeitig verschlechterte sich die StrahlmittelqualitĂ€t kontinuierlich, weil Farbpartikel und Abrieb nicht sauber getrennt wurden. Dies hatte direkte Auswirkungen auf die ProzessstabilitĂ€t: Helle Bauteile konnten in kontaminierten Anlagen nicht beliebig bearbeitet werden. FORMRISE war gezwungen, die Produktion streng zu planen: helle Teile zu Wochenbeginn, dunklere Teile im weiteren Verlauf. Spontane KundenauftrĂ€ge oder kurzfristige Ănderungen waren kaum noch realisierbar. Am Ende der Woche mussten die Anlagen zudem aufwendig gereinigt werden.
Hinzu kam ein weiteres, fĂŒr viele SLS-Anwender bekanntes Problem: Beim Reinigen mit Glasperlen blieben immer wieder feine Glaspartikel in der OberflĂ€che zurĂŒck. SpĂ€testens beim FĂ€rben der Bauteile fĂŒhrten diese EinschlĂŒsse zu inhomogenen Farbergebnissen und sichtbaren Defekten.
S1 von AM Solutions ĂŒberzeugt FORMRISE mit ĂŒberlegener Technik
Vor diesem Hintergrund suchte FORMRISE gezielt nach einer neuen Lösung fĂŒr das Post Processing seiner SLS-Bauteile. Gefordert war ein System, das Reinigung und OberflĂ€chenfinish effizient kombiniert und vor allem ĂŒber eine leistungsfĂ€hige, zuverlĂ€ssige Strahlmittelaufbereitung verfĂŒgt.
Auf der Formnext 2023 stieĂ FORMRISE erstmals auf die S1 von AM Solutions. Die Anlage vereint die jahrzehntelange Strahltechnik-Expertise der Rösler Gruppe mit einem speziell fĂŒr die additive Fertigung entwickelten Prozesskonzept. Das auf Kunststoffpulverbett-Anwendungen abgestimmte Strahlmittelaufbereitungssystem mit groĂem Zyklon und integriertem Vibrationssieb bildet das zentrale Element und sorgt fĂŒr eine saubere Klassifizierung des Strahlmittels. Entscheidend fĂŒr FORMRISE war jedoch nicht nur die Technik im Detail, sondern der ganzheitliche Ansatz: Mit der S1 lassen sich Reinigung und Homogenisierung der OberflĂ€che in einem einzigen automatisierten 2-in-1-Prozess durchfĂŒhren â mit nur einem Strahlmedium und in einer Anlage. Aufgrund der hohen Zufriedenheit mit der S1 betreibt FORMRISE inzwischen drei Anlagen dieses Typs.
Signifikant messbare Verbesserungen im laufenden Betrieb
Nach der Inbetriebnahme der neuen Anlagen zeigten sich schnell messbare Verbesserungen im Post Processing. Der Verbrauch an Polybeads sank innerhalb des ersten Jahres um mehr als 60 %, da das Strahlmittel deutlich effizienter im Kreislauf gehalten wird. Allein dadurch konnten rund 1,6 t COâ eingespart werden. Gleichzeitig konnte der Einsatz von Glasperlen nahezu vollstĂ€ndig entfallen, wodurch auch die bekannten Probleme beim FĂ€rben der Bauteile praktisch nicht mehr auftraten. Zudem reduzierten sich die Entsorgungskosten deutlich.
Ein weiterer wichtiger Effekt war die gesteigerte Prozessleistung der Anlage. Durch die hohe Strahlleistung und den Wegfall mehrerer Prozessschritte konnte die gesamte Nachbearbeitungszeit um nahezu 50 % reduziert werden. Das senkte nicht nur den Energie- und Druckluftbedarf, sondern reduzierte auch den manuellen Arbeitsaufwand deutlich. Auch die BauteilqualitĂ€t konnte weiter verbessert werden. Die OberflĂ€chen der SLS-Bauteile sind homogener und wirken deutlich hochwertiger. Kunden berichten, dass die Bauteile bereits nach dem Strahlprozess nahezu wie geschliffen wirken, obwohl sie ausschlieĂlich gestrahlt wurden und sich besser fĂŒr nachgelagerte Prozesse eignen.
Die S1 als strategischer Baustein im SLS-Post Processing
Insgesamt summieren sich die jĂ€hrlichen Einsparungen bei FORMRISE auf rund 35.000 Euro, wobei mehr als die HĂ€lfte allein auf den verringerten Druckluftverbrauch entfĂ€llt. Gleichzeitig konnte der COâ-AusstoĂ des Post-Processing-Prozesses um mehr als 12 t pro Jahr reduziert werden. ââFĂŒr das Post Processing von SLS-Teilen bietet AM Solutions mit der S1 eine Lösung, die auf dem Markt absolut konkurrenzlos ist und uns in allen Belangen ĂŒberzeugt hat. Man sieht hier ganz genau, welches Potenzial in der optimalen Abstimmung des Strahlprozesses auf die Anforderungen der additiven Fertigung und speziell auf die Strahlmittelaufbereitung liegt. AM Solutions hat dieses Potenzial erkannt und voll ausgeschöpft â und uns damit die Chance gegeben, unser Post Processing auf eine Weise zu optimieren, die wir uns vorher nicht hĂ€tten vorstellen könnenâ, freut sich FORMRISE-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Peter Spitzwieser.
SLS-Dienstleister stehen unter massivem Kostendruck â durch Wettbewerber, Marktanforderungen und steigende Kundenerwartungen. Die S1 hebt die Effizienz im Post-Processing auf ein ganz neues Niveau: höherer Durchsatz, saubere Ergebnisse und deutlich weniger manueller Aufwand â ohne Kompromisse bei der QualitĂ€t.